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Unser 6. Treffen fand am 23.6.2008 statt. Das war leider auch unser letztes Treffen im Rahmen des Projektes. Ein letztes Treffen hat immer etwas Kompliziertes. Die Stimmung ist irgendwie anders und doch mittlerweile sehr vertraut.
Unser Thema des Projektes ist ja "RESPEKT". Respekt ist ein großes Wort, das durchaus in verschiedenen Zusammenhängen etwas anderes bedeuten kann. Das fängt schon mit allen Beteiligten an. Die Jungs hatten sich zum Abschluss eine Party gewünscht. Sie mussten sie inhaltlich mit vorbereiten und sich Gedanken machen. Dann haben sie "ihre Mädchen" eingeladen. Aber als der Tag dann kam ...
Nun ein Konzept war ja aufgestellt. Es sollten mehrere Stationen geben, gegrillt werden. Außerdem musste der Tag ja ähnlich sein, wie die anderen. Spiele mussten eine Rolle spielen. Reflektionen sollten stattfinden. Und das Ganze sollte noch Spaß machen. Schon vorweg: die Abschiedssituation wurde anders bewältigt, als wir gedacht haben. Die Jungs haben den Schluss und das Einräumen eine dreiviertel Stunde bestreikt, mit Sprechchören und Besetzung der zusammengefallenen Hüpfburg.
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Jedes Treffen wurde unter anderem ein Brettspiel mitgebracht und ausprobiert. Alle Spiel verblieben im Treff. Diesmal mussten Gespensterkinder ihren Weg finden. Und wer kennt den schon immer so genau? Sich und seine Merkfähigkeit respektieren, respektieren, dass der andere den falschen Kindergeist setzt und respektieren, dass andere gewinnen und nur letzendlich das Würfelglück der anderen mich nach hinten fallen lässt - das war schon nicht ganz einfach. Aber deshalb Spielen wir ja auch.
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Großer Wunsch der Jungs war, dass die Hüpfburg mitgebracht wird. Aus Begeisterung liefen sie zum benachbarten Hort, deren Kinder die Burg eine halbe Stunde auf Einladung der Jungs des Jugendtreffs nutzen konnten.
Die PS 2 wurde gewünscht. Durch die Eyetoys-Spiele-Auswahl war für alles etwas dabei. Und am PC waren die berühmten Yeti-Spiele Mode.
Neben den technischen und körperlichen Spielangeboten konnte noch gemeinsam an einem Bild gemalt werden. Bei der Hitze wurde ein Eis gemalt (und die Wachsstifte schmolzen).
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Nun waren ja Mädchen eingeladen worden und es kamen auch einige. Aber was ist, wenn die Meinungen in der Woche geändert werden. Wer respektiert wen? Was ist, wenn die Freundin nun seit ein paar Tagen keine Freundin mehr ist? Wie geht die Jungengruppe damit um? Hier mussten wir uns respektvoll miteinander, aneinander "reiben". Aber alle fanden einen akzeptablen Weg.
Welche Seite als Junge zeige ich eigentlich in der Hüpfburg? Wie verhalte ich mich gegenüber den ganz Kleinen aus dem Hort? wie gegenüber den gleichaltrigen Mädchen? Sind meine ausgefeilten Wrestlingtricks in der Hüpfeburg angebracht?
Und wie cool ist cool, wenn ein wenige Tage alter Hund auftaucht?
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Wie immer kommen einige harte Fragestellungen erst zum Ende heraus. Sei es das Mobben untereinander, sei es das Erpressen leicht Älterer gegenüber den Jungs im Dorf. Das Thema Respekt wurde mit dem Cellcast-Projektteil noch mal zu einer klaren pädagogischen Aufgabenstellung (Cellcast ist ein Veröffentlichungssystem, dass einem Anrufbeantworter ähnelt. Jedenfalls haben die Kinder Meinungen zium Thema Respekt dort hinterlassen. Auf Grund der schlechten Handynetzversorgung im ländlichen Raum sind einige Cellcasts ins Leere gelaufen, aber nicht alle - www.cellcast.de/handywissen/respect--> respekt vom 23.6.08). Leider können wir manche Themen nur mitnehmen oder der Ein-Euro-Kraft überlassen. Wohl ist dabei keinem der Beteiligten.
Wenn ein Projekt zu Ende geht, ist es für die Erwachsenen gut realisierbar, da sie den Beginn und den Schluss zu einem Projekt gewöhnlich zuordnen können.
Kinder sind ein wenig anders. Sie lassen die Erwachsen an Ihrer Welt teilhaben, entwickeln Vertrauen, "reiben" sich an ihnen usw. Das sind wichtige Prozesse, die etwas mit persönlichen Erfahrungen zu tun haben. Und natürlich kommen nach drei Monaten des Miteinanders, des teilweise sehr intimen Austausches (z.B. beim Thema Sexualität oder Freundschaft) Fragen nach Sinn von zeitlichen Begrenzungen überhaupt bei den Kindern auf. Sie beklagten die für sie belastende Situation, das die Dorfkinder der gleichen Altersgruppe auf drei, vier verschiedene Schulen gehen mussten. Das hat gravierende Auswirkungen auf das Miteinander. Respekt wird zurück gesetzt. Respekt vor den Eltern ist etwas ganz anderes als Respekt vor älteren Jungs...
Die Jungs waren sich aber auf alle Fälle einig, dass es sehr gut ist, zeitweise nur in der Jungengruppe zu sein und eine männliche Begleitung zu erleben. Sie haben diesen Freiraum auch gegenüber den Mädchen verteidigt.
Tranferprozesse über das Miteinander, das variantenreiche Spielen und das Aushandeln von Aktivitäten können mit den beschriebenen Arbeitsformen sehr gut initiiert werden. Die Jiungs nehmen solche Angebote durchaus an und integrieren sie als dann selbstverständlichen Bestandteil in ihren Alltag ein.
Danke Kompetenzzentrum geschlechtergerechte Kinder- und Jugendhilfe Sachsen-Anhalt e.V. für die finanzielle Unterstützung und das Ermöglichen dieser Erfahrungsräume.
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